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"iederman
wolt gen hymmel"

Unterwegs zu Kirchen & Klöstern, Stiftern & Heiligen

Was?

Stadtrundgang mit
Kirchen-besichtigungen

Wann? / Wo?

ab Juli 2022
vor der Frauenkirche am Blindenmodell

Sprache

Deutsch
Bairisch

Dauer / Preise

2 Stunden
14 € (Erwachsene)
12 € (ermäßigt
)
7 € (Kinder)
220 € (Gruppe)

"iederman wolt gen hymmel"

Unterwegs zu Kirchen & Klöstern, Stiftern & Heiligen

Wir schreiben das Jahr 1392, es ist März und das Münchner Gnadenjahr hat soeben begonnen. Die Stadt erlebt einen wahren Ansturm von Pilger*innen. In manchen Wochen kommen bis zu 60.000 Menschen in die Stadt!

 

Das muss überwältigend gewesen sein, denn München hatte zu diesem Zeitpunkt erst 12.000 Einwohner*innen. Was lockte die Menschen in solchen Scharen nach München?

 

Es war die Aussicht auf einen Ablass. Damals lebten die Menschen in der Angst, dass sie nach ihrem Tod für ihre Sünden bestraft würden. Der Ort dafür hieß Fegefeuer und versprach strafende Qualen höllischen Ausmaßes! Ablässe verkürzten die Zeit im Fegefeuer und konnten durch Gebete und Almosen erworben werden. 1392 war dies in vier Münchner Kirchen möglich, in denen mehr als 50 Priester Ablässe ausstellten. Zeitgenossen beobachteten dieses Treiben genau. Einer davon, der Augsburger Burkhard Zink, urteilte darüber mit den Worten „Es was alles nu um das geld ze thun, ... dan iederman wolt gen hymmel“!

 

Mit Gebeten, Almosen und Ablässen machten sich die Menschen also „gen hymmel“ auf den Weg, um in die Nähe Gottes zu kommen. In diese Nähe kamen sie in dieser Zeit auch durch die gotischen Kirchenbauten, die hoch in den Himmel ragten. Auch in München entstanden solche Kirchenbauten. Der bedeutendste davon ist die Frauenkirche mit ihren himmelstrebenden Türmen, die von welschen Hauben bekrönt werden. Hier wurde der Benno-Altar eingerichtet, der den ersten Wallfahrtsort Münchens begründete. 

Wissen Sie, dass es in München heute nur noch ein kirchliches Großereignis gibt, das öffentlich gefeiert wird? Es ist die Fronleichnamsprozession! Kirchliche Feste spielten aber über Jahrhunderte hinweg eine bestimmende Rolle im Leben der Menschen: im Privatleben genauso wie bei der Arbeit. Welche Geschichten finden wir dazu in München? Dafür schauen wir uns an, wie München früher aussah, wo die wichtigsten Kirchen und bedeutendsten Klöster standen. Sie erfahren auch, welche heiligen Gebeine nach München kamen und wieviele Stadtpatrone es gibt. Darüber hinaus gab es viele fromme Stiftungen. Und vielleicht finden wir neben den Heiligen auch die Scheinheiligen, deren Verkörperung in Bayern zur Lebenskunst dazugehört. 

Ich freue mich auf unsere gemeinsame Entdeckungsreise in das München der Kirchen und Klöster, Stifter und Heiligen!

Wissen Sie, was eine Heiltumsweisung ist?

Die Andechser Heiltümer waren der Grund, warum der Papst für 1392 ein Gnadenjahr für München ausrufen ließ. 

Sollten Sie aus Nürnberg sein, sind Sie wahrscheinlich mit dem Wort "Heiltumsweisung" vertraut, weil dort mehrere Jahrhunderte lang die Reichskleinodien aufbewahrt wurden. Diese Geschichte ist so wichtig, dass sie heute noch jedem Touristen erzählt wird. 

Auch in München gab es Heiltumsweisungen. Kommen Sie einfach mal mit. Auf unserem Stadtrundgang erfahren Sie auch, welche bedeutenden Heiltümer heute noch in Bayern zu finden sind. Ein Ausflug zu ihnen lohnt sich!

Älteste Stadtansicht Münchens:
Älteste Stadtansicht Münchens:

Holzschnitt von Hartmann Schedel, gedruckt 1493 in Nürnberg.

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So nah kommen Sie dem...
So nah kommen Sie dem...

...Münchner Wahrzeichen erst seit kurzem wieder.

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Cholerakreuze
Cholerakreuze

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Älteste Stadtansicht Münchens:
Älteste Stadtansicht Münchens:

Holzschnitt von Hartmann Schedel, gedruckt 1493 in Nürnberg.

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