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Zwanziger Jahre: München 1923!

Was?

Stadtführung

Wann? / Wo?

Termine nach Absprache

Sprache

Deutsch/Bairisch

Dauer / Preise

2 Stunden
180 € (Gruppe)

Zwanziger Jahre:
München 1923!

Unterwegs mit Geschichte(n) aus einem spannenden Jahrzehnt

Wir leben in den Zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts. Die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gelten vielen Menschen als legendäres Zeitalter, als rauschhafter Zustand. Spätestens seit der Serie „Babylon Berlin“ hat jeder von uns ganz bestimmte Bilder zu diesem Zeitalter im Kopf. Gelten die auch für München? Lassen Sie uns 100 Jahre zurückblicken.

 

1923 leben die Menschen im fünften Jahr der ersten deutschen Republik. Die meisten von ihnen können sich noch an einen bayerischen König und einen preußischen Kaiser erinnern: König Ludwig III. war erst zwei Jahre zuvor mit einem großen Trauerzug durch München zu Grabe getragen worden. Kaiser Wilhelm II. hatte sich ins Exil in den Niederlanden zurückgezogen. 

1923 kämpfen die Menschen in ganz Deutschland mit einer beispiellosen Geldentwertung. Die Inflation existiert seit Kriegsbeginn und treibt nun täglich die Preise in astronomische Höhen! Das Jahr endet mit zwei wichtigen Ereignissen im November: In Deutschland wird die Rentenmark eingeführt. Dieser Anfang vom Ende der Inflation wird in München jedoch durch den Hitler-Ludendorff-Putsch überschattet.

 

Lion Feuchtwanger versammelt in seinem Roman "Erfolg" einige Münchner*innen, die das öffentliche Leben bis in die Jahre 1923/24 geprägt haben. Einen solchen Ort der Öffentlichkeit, eine der zahlreichen Vergnügungsstätten, beschreibt er wie folgt:   

„Der große Minervasaal, ein volkstümliches Varieté in der Nähe des Hauptbahnhofs, war dicht gefüllt; (…) Die Zuhörer waren zumeist Kleinbürger, Leute aus dem Mittelstand, Dreiviertel-Liter-Rentner, Drei-Quartl-Privatiers wurden sie genannt, weil ihr Vermögen zu einem ganzen Liter Bier nicht reichte. (…) Während der Vorträge aßen sie. Der eine Abend mußte sie entschädigen für die Entbehrungen der ganzen Woche. Also saßen sie. (…) Alte Bürger hockten behaglich, Liebespaare hockten breit, selig. Höhere Beamte, andere Großkopfige waren zahlreich in die Masse der Kleinbürger hineingesprengt. Denn der Komiker Baltasar Hierl beschränkte sich eigensinnig auf volkstümliche Vergnügungsstätten.“

Lassen Sie uns den Zwanziger Jahren in München auf die Spur kommen!

Derf's a bissel mehra sei?

Lassen Sie uns das Jahr 1923 aus möglichst vielen Blickwinkeln betrachten:

 

  • Recht surreal ging es in einem im Juli 1923 veröffentlichten Film zu. Dieser Stummfilm wurde 1922/23 auf einem Speicher in der Münchner Amalienstraße 73 gedreht. Er entstand nach Ideen von Bertolt Brecht und Karl Valentin und trägt den vielversprechenden Titel "Mysterien eines Frisiersalons": "Rrratsch, --- ein kleines Malheur, oder warum man Friseure nicht erschrecken sollte". Das Spiel soll weitgehend improvisiert gewesen sein. Denn das Drehbuch, falls eines existierte, soll aus einzelnen Zetteln aus der Feder Karl Valentins und Bertolt Brechts bestanden haben. Letzterer führte zusammen mit Erich Engel auch Regie. 

  • München wird in den 1920er-Jahren mobiler und schneller! Der Verkehr nimmt zu. Die Trambahn ist schon längst elektrifiziert, zum Fahrrad kommt das Motorrad dazu und die Auto-Droschken bekommen Konkurrenz durch die Herrenfahrer*nnen, Automobilist*innen und "Girl Driver". Wollen Sie mehr erfahren: Dann lesen Sie hinein bei "Zwanziger Jahre: Mit Tempo unterwegs auf Münchens Straßen!"

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