top of page

Bier auf bairisch! Münchner Hell, Dunkler Bock oder Weißbier?

Aktualisiert: 23. Dez. 2022

"Allain Gersten, Hopffen unnd Wasser" derfa ins Bier nei! – So steht's im Reinheitsgebot von 1516.

Biersorten, Bildquelle: Unplash, Missy Fant


Biersorten in München


Untergäriges Bier:

  • Braunbier, Rotbier (untergärig). Das erste Hofbräuhaus in München war das für Braunbier. Mehr zum ersten Hofbräuhaus unter "Bockbier".

  • Helles Bier, Münchner Hell (untergärig).

Helles Bier von den sechs Münchner Traditionsbrauereien (Verein Münchener Brauereien e.V.): Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner, Spaten, Quelle: Webseite des Biergartens am Viktualienmarkt in München


  • Bockbier, Maibock (untergärig, Oanbock, 16% - 18% Stammwürze). Die Bezeichnung Bockbier bezieht sich auf die Stadt Einbeck, die einst ihr stark eingebrautes Bier bis nach Bayern an den Hof Herzog Wilhelms V. geliefert hatte. Der zweite Braumeister in der Geschichte des Münchner Hofbräuhauses stammte aus Einbeck. Er hieß Elias Pichler und braute 1615 erstmals Bier nach Art seiner Heimatstadt, "Ainpöckisch Bier". Daraus wurde im Laufe der Zeit der "Oanbock" und dann der "Bock", der bis 1818 ausschließlich vom Hofbräuhaus gebraut werden durfte. Der Maibock des Hofbräuhauses ist damit das älteste Münchner Bockbier. Bis heute findet dort Ende April der Maibock-Anstich statt. Der Tradition nach müsste dies immer am letzten Donnertag im April geschehen. 1589 wurde das erste Hofbräuhaus in München gegründet. Sein Sitz befand sich an der Längsseite des Alten Hofs am Pfisterbach. Heute verläuft dort die Sparkassenstraße. Das Hofbräuhaus im Alten Hof erhielt 1607 mit dem Bau des Weißen Hofbräuhauses am Platzl den Namen Braunbräuhaus. Dort wurden von 1591 bis 1808 untergäriges, dunkles Bier und der Maibock gebraut. Das Braunbier-Bräuhaus wurde 1808 ins Weiße Hofbräuhaus am Platzl verlegt. Der Ausschank des Maibocks fand bis 1831 in einem Gärkeller des Alten Hofs statt. Danach wurde der Maibock in den Hallen der alten Münzschmiede (alter Bockkeller), die sich gegenüber des Hofbräuhauses am Platzl befand und zwischen Münzstraße und Ledererstraße erstreckte, ausgeschenkt. Ein Besuch im alten Bockkeller gehörte zu den beliebtesten Volksbelustigungen der Biedermeierzeit.

  • Der Alte Hof, Situation um 1806, lavierte Zeichnung von Carl August Lebschée von 1869, nach einer Tuschzeichnung von Domenico Quaglio, Quelle: Stadtmuseum München

  • Der Alte Hof heute, Bildquelle: Stadtgeschichte München


  • Starkbier, Doppelbier, Doppelbockbier, Salvator, Heilig-Vater-Öl (untergärig, mind. 18% Stammwürze). In der Regel enden die Namen der Doppelbockbiere wie der Salvator der Paulanerbrauerei auf die Silbe "-ator": Maximator (Augustiner), Animator (Hacker-Pschorr), Triumphator (Löwenbräu). Ab 1780 wurde der Kurfürst als bayerisches Staatsoberhaupt zu den Starkbier-Anstichen ins Paulanerkloster eingeladen. Er bekam die erste, gezapfte Maß "Heilig-Vater-Öl" mit dem Aussprach "Salve Pater Patriae" in einem Steingutkrug mit Deckel, einem Keferloher, dargereicht. Damals passten in so einen Maßkrug noch 1069 Kubikzentimeter Bier. Dies blieb so, bis Bayern 1871 ein Teil des Deutschen Reiches wurde. Seit diesem Zeitpunkt gelten auch in Bayern exakt 1000 Kubikzentimeter für eine Maß Bier.

  • Kurfürst Karl Theodor finden Sie dort, wo einst die Paulaner-Mönche ihr Kloster hatten. Bildquelle: Stadtgeschichte München.

  • Werbung für Salvator-Bier, aus: Jugend, Münchner Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben von 1922 (Heft 2)

  • Die fünfte Jahreszeit 1910: Starkbier-Ausschank im Salvatorkeller auf dem Nockherberg, Bildquelle: Stadtgeschichte München.

  • Winterbier (untergärig). Es durfte nur von Michaeli bis Georgi gebraut werden, also vom 29. September bis 23. April. Untergäriges Bier war haltbarer als obergäriges Bier. Es brauchte aber niedrige Temperaturen zum Gären und konnte deshalb nur im Winter gebraut werden. Am Ende des Winters im März braute man große Mengen Bier auf Vorrat und lagerte diese in Kellern und Höhlen ein, um die Bierversorgung im Sommer sicher zu stellen.

  • Märzen (untergärig). Das letzte Winterbier: Dieses „Märzenbier“ wurde stärker eingebraut, damit es den ganzen Sommer über frisch blieb. Das letzte Märzen hieß "das letzte Alte Bier".

  • Altes Bier („Altes Bier“ ist ein traditionelles, bayerisches Fest, das im Herbst gefeiert wird. Zum „Letzten Alten Bier“ bitten die Wirte im Bayerischen Wald und in Niederbayern von September bis Ende Oktober. Der Brauch stammt aus der Zeit vor der Erfindung der Kältemaschine. Damals konnten die Brauer nur in der kalten Jahreszeit Bier herstellen, zuletzt Ende März. Dieses „Märzenbier“ wurde stärker eingebraut, damit es den ganzen Sommer über frisch blieb. Nach der Hopfen- und Getreideente im Herbst produzierten die Brauer dann frisches Winterbier und die Wirte mussten in ihren Lagerkellern eiligst Platz schaffen. Also veranstalteten sie ein Fest, tischten herzhafte Gerichte auf und sorgten so dafür, dass das „Letzte Alte Bier“ dankbare Abnehmer fand.)

  • Wiesnbier, Oktoberfestbier(-Märzen) (untergärig). Zusammenhang von Märzen und Oktoberfestbier: Im März gebraut, über den Sommer gelagert, im September/Oktober auf der Wiesn ausgeschenkt. Dort wurdn die letzten Fässer dieses Biers "versoffen". Heute wird für die Wiesn ein eigenes Oktoberfestbier gebraut. Oktoberfestbier darf nur von einer der sechs Münchener Traditionsbrauereien gebraut werden!

  • Sommerbier, Lagerbier: Zwischen April und September gebrautes (Weiß)bier). Auch das letzte im März gebraute Winterbier, das für den Sommerausschank bestimmt.

  • Exportbier (untergärig, länger haltbar, gut für den Export geeignet).

  • Frischbier (musste bald verzehrt werden).

Obergäriges Bier:

  • Weißbier, Weizenbier, Kristallweißbier, Kristallweizen, Festweiße (obergärig, heute mind. 50% Weizen). Der entscheidende Vorteil des obergärigen Bieres war, dass es auch im Sommer, zur Zeit des größten Durstes, gebraut werden konnte. 1602 Einrichtung eines zweiten Hofbräuhauses zum Brauen von Weißbier. Das Sudhaus befand sich dort, wo sich das heutige Hofbräuhaus am Platzl befindet.

  • Weizendoppelbock, Aventinus (obergärig, > 18% Stammwürze). Der Spitzname dieses Biers lautet "Da Aff'".

  • Eisbock (obergärig, > 20% Stammwürze)

  • Mischlingbier (obergärig, aus Gersten- und Weizenmalz)

  • Klosterbier (kräftiges Bier, das gegen den Hunger half).

  • Bauernbier

  • Kommunbier, Zoiglbier


0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page