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1493 – Das erste gedruckte Bild von München geht in die Welt.

Aktualisiert: 26. Dez. 2022

1493 erscheint die erste Abbildung der Stadt München.

Die erste Abbildung von München, von Osten her mit Blick auf das Isartor, Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg, Schedelsche Weltchronik, deutsche Ausgabe, Original-Kolorierung, Nürnberg 1493


Zuerst wird Münchens Ansehen und Aussehen beschrieben:

"Muenchen die statt des oebern teuetschen lannds an dem fluss der yser gelegen ist vnder der fuersten stetten in teuetschen landen hohberuembt vnd in bayerland die namhaftigst. Aber wiewol dise stat fuer new geachtet wirdt so fuertrift sie doch andere stett an edeln gemaynen vnnd sunderlichen gepewen. dann alda sind fast schoene behawsungen. weyte gassen vnd garwolgezierte gotzhewßer."

Kaiser Ludwig der Bayer, der in München geboren wurde, wird erwähnt. Er brachte es vom bayerischen Herzog bis zum Kaiser des Heiligen Römisches Reiches:

"Nachfolgend zu den zeiten hertzog Ludwigs zu bayern vnd des roemischen kaisers hat dise statt mercklich vnd gross zugenomen dann derselb kaiser hat die vorstatt vnd vil andere gepew mit mawrn eingefangen. vnd das alt schloss mit der parfuoßer closter [Franziskanerkloster]. vnd auch das closter Augustiner ordens in der statt auffgepawt. Bey diser statt in vnßer liben frawen pfarrkirchen vor dem hohen altar ligt derselb kaiser Ludwig begraben. alda man dann sein kaiserliche kron mit seinem titel syht."

Münchens Lage an der Isar und seine Bedeutung als Marktort mit Handelsbeziehungen nach Italien werden erwähnt:

"Dise statt Muenchen ist in eim wunsamen ort an der yser gepawt. Daselbst haben die kawflewt zuzeiten iren durchzuch auß welschem in teuetsch lannd."

Es wird auch die damalige Residenz (Neuveste) in München erwähnt und Herzog Albrecht IV. von Bayern. Er war bayerischer Herzog zu der Zeit, als die Stadtansicht Münchens 1493 in der Schedelschen Weltchronik erscheint. Er war mit Kunigunde von Habsburg verheiratet und damit der Schwiegersohn Kaiser Friedrichs III. (vgl. tochterman):

"Alda ist yetzo ein schoens wolgezierts schloss vnd ein fast weyter fuerstlicher hoff vnd behawßung mit vil huebschen vnd wunderwirdigen gemachen. camern vnd gewelben. Dise statt hat bißher mancherlay herren [eher en als nn] gehabt. aber diser zeit hat der durchleuechtig fuerst herr Albrecht hertzog zu bayern kaiser Friderichs des dritten tochterman dise statt innen. vnd [eher nd als nn] neret auß seiner großtatigkeit vil leoben. In diser statt hat ein leobin [Löwin] vil iunger leoblin gewelft."

(zitiert nach: Schedelsche Weltchronik, Bayerische Staatsbibliothek, transkribiert vom Original: S. Graßl, blaue Buchstaben sind im Original hochgestellt oder durch Striche angedeutet)




1493 fehlten der Frauenkirche noch ihre typischen Hauben. Diese welschen Hauben wurden 1525 auf die Türme gesetzt:

Die Frauenkirche heute, fotografiert gen Süden, Quelle: Stadtgeschichte München, Gerhard Willhalm






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