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Wening, Montesquieu und ein entlaufener Benediktiner über München.

Aktualisiert: 26. Dez. 2022


1701 erscheint eine Beschreibung Münchens im Atlas-Werk von Michael Wening.

Ansicht Münchens von Nordosten mit Blick auf die Residenz in der "Historico-Topographica Descriptio. Das ist: Beschreibung deß Churfürsten- und Herzogthumbs Ober- und Nidern Bayren", 1701


In Wenings Werk finden sich mehr als 800 Landschafts-Ansichten aus Bayern. Es gilt als die umfassendste Darstellung Europas in der Frühen Neuzeit. Über München heißt es darin:

"[München könne] noch ietziger Zeiten nicht unbillich under die schönste Stätt im Teutschland darumb gezehlet werden, weil sich darinn zwey sehr stattlich- und herrliche Residentzen, vil schöne Gottshäuser, Clöster und andere Gebäu befinden."


Anfang Juli 1729 kommt der französische Schriftsteller und Staatstheoretiker Charles-Louis Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu nach München.

Prospekt des großen Markt gegen U. L. Frauen-Kirch zu München, ca. 1730, aus: Zettler, Alt-Münchner Bilderbuch, 1918


Montesquieu bleibt bis Mitte August 1729 und äußert sich wie folgt über München:

"[München ist] eine schöne Stadt: die Straßen sind breit und schön; die Häuser ziemlich wohlgebaut. Sie liegt an der Issel (!), die in die Donau mündet. Das Klima dort ist gemäßigt: im Herbst ist es schöner als zu jeder anderen Jahreszeit."

Der entlaufene Benediktinermönch, Johann Pezzl, aus Mallersdorf in Niederbayern hält sich ebenfalls 1784 in München auf. Er ist ein radikaler Aufklärer, der später als Publizist und Bibliothekar in Wein tätig sein wird. Er schreibt:

"Die Stadt ist ein der schönsten in ganz Deutschland; dieß gesteht ihr jederman zu. (...) Die Strassen sind zu Nachts mit 600 Laternen beleuchtet; Aber manchmal steht es mit dieser Beleuchtung, wie mit der Aufklärung im Lande. Es giebt grosse weite Lücken, und tieffe Finsternissen. Die [Landes-]Direktion führt ein Geheimrathskanzelist, der in Ansehung dieses Amtes den Titel eines Komerzienrathes hat, vermutlich weil das Komerzienwesen auch noch vieler Beleuchtung bedarf. (...) Man lebt hier sehr wohlfeil, sehr bequem, und sehr frei."

Zu den Zitaten: Wenn nicht anders angegeben, stammen die Zitate aus der Chronik der Stadt München von Stahleder.


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