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Über München als Hauptstadt des Königreichs Bayern.

Aktualisiert: 26. Dez. 2022


Aus dem Jahr 1812 verfügen wir über eine Beschreibung Münchens von Joseph Anton Eisenmann.

Der Marktplatz wie eben Schranne gehalten wird, Domenico Quaglio, 1810, aus: Georg Jakob Wolf, Ein Jahrhundert München 1800-1900; Der Marienplatz heute, Quelle: Unsplash, Jan Antonin Kolar


Eisenmann verfasst auch einen "Grundriß der Geschichte des Königreichs Baiern", der 1829 erscheint. Über München schreibt er 1812:


"Gleich ältern, großen Städten in Deutschland trägt München in Form, Bauart und Ausschmückung das Gepräge des Zeitgeschmacks und seines antiken Urspungs; zeichnet sich aber durch in gewisse leichtere und gefälligere Art und Haltung vor den meisten zu seinem Vortheile aus. Dem Eintretenden stellt sich gleich das Bild einer schönen Stadt dar. (...) Ein gewisser republikanischer Geist blickt aus der Bauart und Aneinanderreihung der Häuser. Diese sind größtentheils ganz oder zum Theile neu, große und kleine Gebäude stehen neben einander; die Straßen ziemlich breit, nicht strenge nach der Schnur gezogen. (...) Ueberall zeigt sich guter Geschmack und der Ausdruck bescheidener Bequemlichkeit; das Aushängeschild eines raffinirten Luxus findet man nirgends."


1816 liefert der Publizist Christian Müller eine Beschreibung Münchens.


Der Viktualienmarkt auf dem Gelände des Heiliggeistspitals, Friedrich Seibold, 1815, aus: Zettler, Alt-Münchner Bilderbuch, 1918, koloriert durch Beate Lang, Stadtgeschichte München; Der Viktualienmarkt heute, Quelle: Unsplash, Alisa Anton


Müller bringt 1816 die Schrift "München unter König Maximililan Joseph I." heraus. Über München schreibt er:


"München gehört keineswegs unter die großen Städte Deutschlands, die durch den grandiosen oder lieblichen Karakter ihrer Architektur und Lage einen ungewöhnlichen Eindruck auf das Auge des Beschauers hervorrufen. Nichts erinnert an die Reize, welche die Ansicht von Dresden, Wien und Prag in ihrer Größe und Schönheit gewiß Jedem unvergeßlich machen, der sie einmal von günstigem Standpunkte aus übersah. Wenn aber auch der baierischen Königstadt jener Grad hoher Schönheit in ihrer äusseren Darstellung versagt ist, so gewährt sie doch eine bei weitem angenehmere und mehr malerische Ansicht, als das auf sandiger Ebene, ohne irgend einen erhabenen Stand- und Stützpunkt, liegende Berlin, dessen innerer architektonischer Reiz in der flachen Wüste ganz verborgen und unentwikkelt da liegt."


Zu den Zitaten: Wenn nicht anders angegeben, stammen die Zitate aus der Chronik der Stadt München von Stahleder.


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