Was?

Stadtführung

Wann? / Wo?

23. Nov. 2022, 11 Uhr
Eingang Alter Südfriedhof
Weitere Termine nach Absprache

Sprache

Deutsch/Bairisch

Dauer / Preis

2 Stunden
14 €/12 € (Erw./erm.)
7 € (Kinder)
220 € (Gruppe)

Ellen Amman!

Soziales Engagement wird politisch

Stadtspaziergang zum 90. Todestag

Ihre Lebensspanne umfasst ziemlich genau die des Deutschen Kaiserreichs und das der Weimarer Republik: geboren 1870 in Stockholm, gestorben 1932 in München. Am 23. November 2022 jährt sich Ellen Ammanns Todestag zum 90. Mal.

 

Was verbindet Ellen Ammann mit München? Sie kam 1890 als Ehefrau des Arztes Ottmar Ammann hier her. Damals betrug die Einwohnerzahl Münchens 350.000 und stieg innerhalb von zehn Jahren bis 1900 auf 500.000 an! Viele der nach München strömenden Menschen waren auf der Suche nach Arbeit und wollten die Chance auf einen wenigstens bescheidenen sozialen Aufstieg in der Großstadt nutzen.

 

Was hatte Ellen Ammann mit dieser Dynamik zu tun? Das wollen wir auf einem Rundgang in Erfahrung bringen. Dabei bekommen wir Einblick in das gesellschaftliche und politische Leben Münchens über einen Zeitraum von 60 Jahren, in dem die Monarchie von der Republik abgelöst wurde und ein Weltkrieg stattfanden. Im Rückblick eine wahrhaft spannende Zeit!

 

Ich freue ich mich auf Sie!​

Für Gscheidhaferl!

Als Ellen Ammann als junge Frau nach München kam, waren die städtischen Lebens- und Arbeitsbedingungen von großen sozialen Ungerechtigkeiten geprägt. Hinzu kam, dass der große Zustrom an Arbeitskräften von unseriösen Arbeitsvermittlern ausgenutzt wurde. Alleinstehende Frauen und junge Mädchen konnten leicht als billige Arbeitskräfte missbraucht oder in die Prostitution abgeschoben werden. "Gewerbliche Unzucht" oder das zeitweise Abrutschen in die Prostitution waren für viele vorgezeichnet. 

Es dauerte nicht lange, und Ellen Ammann engagierte sich an ihrem neuen Wohnort München in der Frauensozialarbeit, die vor allem die Besserung der Lebensumstände von Frauen und jungen Mädchen zum Ziel hatte. Aus diesem Engagement gingen der heute noch bestehende katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, die erste katholische Bahnhofsmission Deutschlands am Münchner Hauptbahnhof und der bayerische Zweig des katholischen Frauenbundes hervor.​ 

Als nach dem Ersten Weltkrieg Frauen das erste Mal wählen durften und so die Zusammensetzung des Landtags mitbestimmten, begegnen wir Ellen Ammann wieder. Jetzt endlich hatte sie die Gelegenheit, ihr soziales Engagement auf die Bühne der Politik zu bringen!