Ein Hoch auf
die Freizeit!

Was?

Stadtführung und Museumsbesuch

Wann? / Wo?

Termine nach Absprache

Sprache

Deutsch/Bairisch

Dauer / Preise

2 Stunden
14 €/12 € (Erw./erm.)
7 € (Kinder)
220 € (Gruppe)

Ein Hoch auf die Freizeit!

Unterwegs zu den Freizeitvergnügen von anno dazumal

„Raubritter vor München!“ hieß es vor hundert Jahren auf der Bühne der Münchner Kammerspiele. Den Zuschauer*innen wehte „verblichener Duft von Bänkelsang und Leierkasten, von Wander- und Kasperlbühne, von Karussell und Panoptikum, von Bilder- und Märchenbuch, Struwwelpeter und Hans-Guck-in-die-Luft“ entgegen.

 

Sagen Ihnen diese Vergnügen noch etwas? Wissen Sie, was ein Kasperltheater ist oder ein Panoptikum? Kennen Sie den Struwwelpeter und den Hans-Guck-in-die-Luft? Kommen Sie mit und lernen Sie die historische Gaudi "Raubritter vor München!" kennen. Mit dieser schufen Karl Valentin und Liesl Karlstadt einen der Höhepunkte der Münchner Freizeitkultur. 

Freizeit ist heute selbstverständlich. Moderne Arbeitgeber sind attraktiv, wenn sie gleitende Arbeitszeit, Überstundenausgleich oder Vertrauensarbeitszeit anbieten. Seit wann gibt es Freizeit für arbeitende Menschen? Sie war fester Bestandteil des Stadtlebens, als die „Raubritter vor München“ 1924 aufgeführt wurden. 

 

Um mehr über die Anfänge der modernen Freizeit zu erfahren, gehen wir zurück ins 19. Jahrhundert. Damals entstand mit den Volkssänger*innen das erste massentaugliche Unterhaltungsangebot in der Stadt. Mehr als 2.000 Münchner Gaststätten konkurrierten um Gäste und stellten Brettlbühnen für eine Gaudi zur Verfügung. Meine Oma und ihr Vater bevorzugten übrigens die Lichtspielhäuser, in die sie in den 1920er-Jahren so oft wie möglich gingen. 

Es gibt viel zu entdecken. Sie sind herzlich eingeladen, dabei mitzumachen. Wir entdecken dabei auch, dass einige der Freizeitbeschäftigungen von anno dazumal keineswegs von gestern sind. Sie sind auch heute noch modern (Bild unten) und so beliebt wie nie zuvor!

Die Führung ist geeignet für kleine, größere und ganz große Menschen gleichermaßen.

Für Gscheidhaferl!

"Die Raubritter vor München" haben auch heute noch eine treue Fangemeinde! Hermann Hesse bezeichnete das Stück als "außerordentliche Viecherei" und Thomas Mann konnte den Dialog zwischen dem Bene (Karl Valentin) und dem Michl (Liesl Karlstadt) auswendig aufsagen. Und der geht so: 

  • Bene: Raubritter gibts ja gar keine mehr. Keine Raubritter gibts, kein Osterhasen, kein Christkindl und kein Storch.

  • Michl: Ja, des weiß ich auch!

  • Bene: Ja, böse Menschen gibts, die wo andere überfallen, des san d'Raubritter.

  • Michl: Bene sag amal, wenns solchene Raubritter geben tät, tatst du dich dann fürchten?

  • Bene: Ich – fürchten? Ich net – ausgeschlossen! Außerdem sie täten kommen, dann schon!