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München mit Humor!

Was?

Stadtführung und Führung durch das Valentin-Karlstadt-Musäum

Wann? / Wo?

11. Dez. 2022, 11 Uhr
Start: Karlstor
Ende: Musäum
Weitere Termine nach Absprache

Sprache

Deutsch/Bairisch
English

Dauer / Preise

2 Stunden
14 €/12 € (Erw./erm.)

7 Euro (Kinder)
220 € (Gruppe)

München mit Humor!

Musik, Film & Mutimedia

„Jedes Ding hat drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische.“ (Karl Valentin)

 

Diese Erkenntnis ist Ihnen neu? Dann lassen Sie sich sagen, dass sie universell anwendbar ist. Sie lässt sich sogar auf das ernsthafte Berufsleben anwenden, was ich früh erleben durfte. Als ich nach Abschluss der Schulzeit anfing zu arbeiten, wurde ich sogleich mit der positiven und der negativen Seite von Arbeit vertraut gemacht. Gott sei Dank ließ die dritte, die komische Seite, nicht lange auf sich warten. Das hatte ich meiner Chefin zu verdanken, die jedes Jahr zu ihrem Geburtstag ein Stück von Karl Valentin einstudierte, um damit ihre Gäste zu erfreuen. In dem Jahr, in dem ich für sie arbeitete, studierte sie „Im Zoologischen Garten“ ein. Jede freie Minute unserer Arbeitszeit nutzte sie, um das Stück zu üben. Zum Schluss wurden auch noch meine aus Kindheitstagen stammenden Panther und Leoparden als stofftierische Laiendarsteller fürs „Raubtierhaus“ engagiert und die theatralische Geburtstagsparty konnte beginnen!

 

„Jedes Ding hat drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische.“ Kennen Sie den Erfinder dieser Lebensweisheit? Dann wird es höchste Zeit, dass Sie ihn kennen lernen. Es handelt sich um Valentin Ludwig Fey, besser bekannt als Karl Valentin. Viele seiner Wortschöpfungen, Aphorismen und Texte sind Allgemeingut in Mün­chen und Teil der Alltagssprache geworden.

 

Karl Valentin war gelernter Schreiner und griff in seinen Stücken und Stummfilmen gerne zum Handwerkszeug dieses Berufs. Sägen und Zollstöcke tauchen dann auf, wenn der Zuschauer garantiert nicht damit rechnet! Neben diesen klassischen handwerklichen Elementen nutzten Liesl Karlstadt und er gerne die technischen Errungenschaften ihrer Zeit und bauten sie als Medien in ihre Stücke ein:

 

  • Telefon in "Buchbinder Wanninger",

  • Scheinwerfertechnik in "Der reparierte Scheinwerfer",

  • Raketenflugzeug in "Die Mondrakete",

  • Flugapparat und drahtlose Kommunikation in "Sturzflüge im Zuschauerraum",

  • Fahrräder und Trambahnen in "Radlerpech",

  • Antennendraht in "Im Senderaum".

Unseren Stadtspaziergang beenden wir mit einem Besuch des Valentin-Karlstadt-Musäums, welches das Schaffen der beiden bewahrt hat. Dort finden wir optimale Bedingungen, um uns dem Multimediatalent Karl Valentin in Wort, Bild und Ton zu nähern. Nachdem wir unser Wissen auf heitere Weise vertieft haben, kehren wir zum endgültigen Abschluss der Tour ins Turmstüberl ein. Welche Anforderungen müssen Sie als Besucher mitbringen? Den Willen und das körperliche Kön­nen, sich über den spiralförmigen Treppenaufgang in die Gedanken­welt Karl Valentins „hineinzu­wutzeln“.

 

Ich freue mich auf Sie!

Für Gscheidhaferl!

Karl Valentins großes Talent war die Musik. Er war Zithervirtuose und beherrschte darüber hinaus beeindruckend viele Instrumente. Wieviele es waren, darüber dürfen sie schon einmal den Kopf zerbrechen. Dieses Talent setzte er bühnentauglich ein, wie in der berühmten "Orchesterprobe".

 

Daneben experimentierte er mit dem Medium Film, das brandneu war und nahm regen Anteil an den technischen Entwicklungen seiner Zeit. Trambahnen, Automobile und Flugzeuge revolutionierten die Fortbewegung der Menschen. Er schrieb sogar ein Stück, in dem ein Flugapparat die Hauptrolle spielt und nannte es "Sturzflüge im Zuschauerraum". 

Alleinunterhalter blieb er nicht lange. Er entdeckte das komische Talent einer jungen Bühnenkünstlerin namens Elisabeth Wellano. Damit war der erste Schritt getan, der dazu führte, dass sich das legendäre Komikerduo Karl Valentin und Liesl Karlstadt bilden konnte. Beinahe jedoch wäre eine künstlerische Zusammenarbeit der beiden gescheitert, was vielleicht an Karl Valentins Talent „Brennessel unter den Liebesblumen“ zu sein, gelegen haben mag. Karl Valentin und Liesl Karlstadt brachten es dann doch noch zu einer sehr produktiven Zusammenarbeit.

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